Donnerstag, 23. Dezember 2010

Ying and Yang

Nicht zu fassen, dieser Gegensatz von der kühlen Stille der Heimat zu diesem warmen, lauten Moloch HongKong. Es haut einen fast um, faszinierend aber schwer zu beschreiben. Endlos reihen sich schmale (zimmerbreite), riesige Wohntürme, die wie asiatische Dämonen im Dunst der feuchten Morgenluft von den steilen Hügeln herunter zu staksen scheinen. Manche haben grosse Fenster, andere wirken wie verschlossen. Abflussrohre ziehen sich die Fassade hinauf. Nicht Fenster sondern mit vergilbten Vorhängen verhängte und mit Klimaanlagen verschandelte Lichtdurchlässe machen die prägenden Architekturelemente aus. Es gibt glänzende Einkaufsmalls sowie chaotische Strassenmärkte und über allem hängen verschiedene, schwer auszumachende Düfte. Es scheint überall gekocht zu werden. Heimeliges und verstörendes liegen nebeneinander. Alles prickelt und wuselt und gefällt, die grünen Hänge wie der Beton, trendige Teenies, gestylte Püppchen, Grossväter, die ihre Enkelinnen zur Schule begleiten, oder kichernde Alte, die sich im Park unterhalten. Andernorts schmilzt das Herz, hier brutzelt es.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen